Paddeln mit Gehörlosen / Deaf

Ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit als Polizeibeamter vor Jahren Selbstbehauptungskurse für Frauen gegeben und bin seitdem ein Fan von Gehörlosen und Hörgeschädigten. Ich habe immer noch viele Freunde aus diesem Bereich mit denen ich mich schreibe.

Das war eine tolle Erfahrung. In dem ersten Kurs gab es nur gehörlose Frauen. Bei meinem zweiten Kurs habe ich einen integrativen Ansatz gewählt und auch hörende Frauen dabei gehabt. Auch für diese war es eine tolle Erfahrung. Wir alle haben viel von einander gelernt.

Die hörenden Frauen waren zum Beispiel überrascht, welche Auffassungsgabe die Gehörlosen mitbrachten. Sie konnten Bewegungen mit nur einem Ansehen erfassen und umsetzen. Kein Wunder. Bewegungen sind die Sprache. Die meisten haben früh gelernt darauf zu achten und zu kopieren. Eine tolle Gabe, die insbesondere für den Drachenbootsport günstig ist, denn hier ist eine korrekte Bewegungsausführung eine wichtige Sache.

Wir haben nun mit der Rekrutierung von Gehörlosen und Hörgeschädigten begonnen. Unterstützt werden wir von Gehörlosentreffs wie dem Haus der Begegnung in Bochum und auch dem Treff in Recklinghausen. Wir denken, dass es extrem spannend wird, Trainingsmethoden mit den Paddlern zu erarbeiten, denn es gibt dazu keinerlei Literatur zu Erfahrungen in diesem Bereich. Wir bewegen uns damit auf Neuland.

Wir brauchen Dich!

Du bist gehörlos, älter als 16 Jahre (Ausnahme Trommler/Trommlerin ab 14) und hast Lust, in einem netten Team mitzufahren, das auch auf Regatten fährt? Was haben wir vor? Wir wollen ein bis zwei Teams (Gemischtes Team und/oder ein Frauenteam) für ein Drachenbootrennen trainieren und auf einer Regatta starten lassen. Für ein gemischtes Team benötigen wir 20 Paddler. Davon sechs Frauen. Für ein Frauenteam benötigen wir 20 Paddlerinnen. Willst du dabei sein?

Dann schreib mir eine Mail an info@psv-ruhr.de.

Frank Plewka

Paddeln in Pink


Alles begann 1996 als Dr. Don McKenzie an der Universität Vancouver/Kanada ein neues Projekt in Angriff nahm. Der renommierte Sportwissenschaftler und passionierte Paddler wollte die Auswirkungen des Paddelns auf Lymphödeme untersuchen, die häufig nach Brustkrebsoperationen auftreten. Er nahm an, dass sich die spezielle Bewegung positiv auf das Lymphsystem auswirken würde. Um dies zu beweisen suchte er sich 24 Frauen nach OP und teilweise noch in der Chemotherapie. Sie bildeten das Team Abreast in a Boat, welches ein Jahr im Dienste der Wissenschaft paddelte. Nach dem Jahr war die Studie beendet, doch die Frauen wollten das Team partout weiterführen.


Aus diesen 24 entstand eine weltweite Bewegung, die sich über alle Kontinente verbreitete. Nach Deutschland kam diese Bewegung erst im Herbst 2009. In diesem Jahr nahmen unser Vorsitzender Frank Plewka und seine Trainerin Hanne Braselmann (Wiesbaden) mit dem Nationalteam Drachenboot der Polizei, Feuerwehr und Justiz an den World Police and Fire Games in Vancouver/Canada teil. Hier durften sie mit einem pinken Team trainieren und waren von der Idee des pinken Paddelns so überzeugt, dass Frank noch im Oktober 2009 das erste Team aufs Wasser brachte und Hanne sechs Monate später folgte.


Seitdem breitet sich die Bewegung auch immer mehr in Deutschland aus. Mittlerweile gibt es um die 20 Teams Deutschlandweit. Im Jahr 2018 fanden in Florence die „Weltmeisterschaften“ der BCS (breastcancer survivor) statt. Auch der PSV Ruhr stellte ein gemeinsames Team mit den pink pearls aus Heilbronn, welches sich gut darstellte. Das hat uns bestätigt, an dem Projekt festzuhalten und es auszubauen.

Natürlich können auch Betroffene anderer Krebsarten bei uns mittrainieren und sind herzlich willkommen, denn wir sind ein Verein, der für Alle offen ist. Aber pink steht nun einmal für Brustkrebs und hat eine eigene Geschichte.

Wenn Sie Interesse haben mit uns zu paddeln oder uns zu unterstützen melden sie sich doch unter info@psv-ruhr.de

Drachenboot

Ein Drachenboot ist ein besonders langes, offenes Paddelboot, das ursprünglich aus China stammt. Die Boote werden heute weltweit als Sportboote oder als Showelement bei Veranstaltungen am und ums Wasser verwendet. Die Boote sind für alle Teams gleich. Es gibt kein Tuning. Sie werden bei Rennen für alle verwendet und fahren über den gesamten Verlauf eines Regattatages auf ihrer zugelosten Bahn. Nur die Abstimmung innerhalb des Teams entscheidet über Sieg und Niederlage.

Harmonie und ein gleichmäßiger Paddelrhythmus machen ein gutes Drachenbootteam aus. Muskelkraft und Kondition spielen bei den zwanzig Wassersportlern, die das Boot mit Stechpaddeln vorwärts treiben, eher eine zweitrangige Rolle. Den richtigen Takt für die Schlagfrequenz gibt ein Trommler vor, der auf dem Bug – gleich hinter dem hölzernen Drachenkopf und entgegen der Fahrtrichtung – sitzt. Am Heck steht ein Steuermann, der mit einem langen Steuerpaddel den Kurs hält. Die Bootsinsassen sitzen paarweise auf Bänken nebeneinander, wobei jeder Athlet sein Paddel nur auf einer Seite ins Wasser setzt.

Seit den 1990er Jahren wurde der Drachenboot-Sport in Deutschland immer populärer, was sich sowohl in der Zahl der Regatten, als auch in der Zahl der organisierten Sportler widerspiegelt. In Deutschland fand das erste Drachenboot-Rennen 1987 im Rahmenprogramm der Kanu-Weltmeisterschaft in Duisburg statt. Bei den Worldgames 2005 in Duisburg gehörte es ebenfalls zum Programm. Große Drachenbootregatten (z.B. in Witten, Düsseldorf, Duisburg, Datteln, Mülheim, Oberhausen, Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main) haben Volksfestcharakter und erreichen mitunter sechsstellige Besucherzahlen.